Die Entscheidung: Ausbildung oder Studium?
Endlich fertig, nie wieder Schule! Nach dem Abitur heißt es: Entdecke die Möglichkeiten! Und davon gibt es viel zu viele. Eigentlich wollte ich nie studieren, denn es dauert zu lange. Außerdem wollte ich endlich mein eigenes Geld verdienen. Ein Jahr vor Schulende habe ich deshalb angefangen, mich für diverse kaufmännische Ausbildungen zu bewerben. Gelandet bin ich schließlich bei einem großen regionalen Verlag, als Verlagskauffrau. Es klang alles sehr gut und außerdem stimmte das Gehalt. Drei Jahre sollte die Ausbildung gehen, Berufsschule an zwei Tagen in der Woche.Langer Arbeitstag
Aber will ich wirklich jeden Tag von 8 bis 17 Uhr im Büro sitzen? Dann: die Aufgaben. Zeitungsanzeigen ausschneiden, Daten in ein Computersystem einpflegen, Post wegbringen, gähn. Eigentlich hatte ich mir spannendere Aufgaben vorgestellt! Immer mehr wünschte ich mich in einen Hörsaal, ich wollte doch lieber lernen, lesen, Wissen in mich aufsaugen und fühlte mich in der Ausbildung unterfordert, ja, eigentlich fand ich die Arbeit stupide. Doch vielleicht war ich einfach in der falschen Abteilung gelandet? Nach drei Monaten war der Wechsel geplant, doch drei Monate dauerte auch die Probezeit, danach wäre eine Kündigung bedeutend schwerer gewesen.
Kündigung: Ja oder Nein?
Ja, ich dachte tatsächlich nach kurzer Zeit schon über Kündigung nach. Mehr als einen Monat lang quälten mich meine Gedanken, ob ich nicht doch lieber ein Studium anfangen sollte, es gab ja so viele interessante Fächer! Ein Gespräch mit meinen Eltern stimmte mich sehr positiv. Sie würden eine Kündigung unterstützen, wenn ich denn eine gute Alternative hätte. Meine Gedanken drehten sich nur noch um die eine Sache, ich bekam langsam Bauchschmerzen davon. Was sagen meine Kolleginnen, was mein Chef beim Verlag? Kann ich mit einem Studium wirklich etwas anfangen, muss ich dann nicht in eine andere Stadt ziehen? Ist die Ausbildung nicht ein viel besseres Sprungbrett in den Beruf? Schließlich war ich als eine von acht unter mehreren hundert Bewerbern ausgewählt worden. Doch am Ende soll es mir gut gehen, es ist schließlich mein Leben, dachte ich.
Die Entscheidung
Kurz vor Ende der Probezeit stand meine Entscheidung schließlich fest: Ich kündige! Alternative: Ein Studium und später würde ich gern Journalistin werden. Natürlich war mein Chef nicht begeistert, und natürlich war es ein Risiko, die "sichere" Ausbildung aufzugeben und mich in ein geisteswissenschaftliches Studium zu stürzen. Doch ich habe es nicht bereut! Das Studium war eine wundervolle Zeit, in der ich viele liebe Menschen kennengelernt und mein Wissen extrem erweitert habe. Auch für meine Persönlichkeit und Lebenserfahrung war es sehr wichtig. Und seit diesem Jahr bin ich auf dem Weg, wirklich Journalistin zu werden! Im Nachhinein also alles richtig gemacht, aber es hätte auch anders laufen können...
Foto: limbte@flickr.com
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